Olivenholz ist eines der härtesten und langlebigsten Hölzer Europas. Trotzdem ist es ein Naturmaterial – und wie jedes Holz dankt es dir ein wenig Aufmerksamkeit. Die gute Nachricht: Olivenholz zu pflegen ist einfach und kostet kaum Zeit. In dieser Anleitung erfährst du, wie du Schneidebretter, Kochlöffel, Schalen und Mörser aus Olivenholz richtig reinigst, ölst und auch nach Jahren noch wie neu aussehen lässt.
Die drei goldenen Regeln
- Kurz waschen statt einweichen. Holz sollte nie längere Zeit im Wasser liegen.
- Sofort abtrocknen. Stehende Feuchtigkeit ist der größte Feind von Holz.
- Regelmäßig ölen. Öl nährt das Holz, schützt vor Austrocknung und bringt die Maserung zum Leuchten.
Wenn du dir nur diese drei Punkte merkst, hast du schon 90 Prozent richtig gemacht.
Olivenholz richtig reinigen
Nach jedem Gebrauch spülst du dein Brett oder deinen Kochlöffel einfach unter warmem, fließendem Wasser ab. Bei Fett oder Essensresten hilft ein Tropfen mildes Spülmittel und eine weiche Bürste oder ein Schwamm. Anschließend gut abspülen.
Wichtig: Olivenholz gehört nicht in die Spülmaschine. Die hohen Temperaturen, das aggressive Reinigungsmittel und die lange Feuchtigkeitsphase entziehen dem Holz seine natürlichen Öle. Die Folge: Das Holz wird grau, rau und kann reißen.
Richtig trocknen
Trockne das Holz direkt nach dem Waschen mit einem Geschirrtuch ab. Schneidebretter stellst du am besten hochkant auf, damit die Luft von beiden Seiten zirkulieren kann. Lege ein nasses Brett nie flach auf die Arbeitsplatte – sonst trocknet eine Seite schneller als die andere und das Brett kann sich verziehen. Auch direkte Hitze, etwa auf der Heizung oder neben dem Herd, solltest du vermeiden.
Olivenholz ölen: Schritt für Schritt
Unsere Produkte werden ab Werk mit Olivenöl behandelt. Mit der Zeit und durch das Spülen verliert das Holz jedoch etwas von diesem Schutz. Dann ist es Zeit für eine kleine Wellnesskur:
- Holz vollständig trocknen lassen – am besten über Nacht.
- Etwas Öl auftragen: einen Teelöffel lebensmittelechtes Öl auf ein fusselfreies Tuch oder Küchenpapier geben.
- Einmassieren: in Richtung der Maserung auf allen Seiten einreiben, auch an den Kanten und am Griff.
- Einwirken lassen: mindestens 20 Minuten, gern auch über Nacht.
- Überschuss abwischen: mit einem sauberen Tuch nachpolieren – das Holz soll sich trocken und seidig anfühlen, nicht klebrig.
Wie oft sollte ich ölen?
Als Faustregel gilt: alle zwei bis vier Wochen bei täglich genutzten Schneidebrettern und Kochlöffeln, bei Dekoartikeln nur ein- bis zweimal im Jahr. Ein einfacher Test: Wenn das Holz hell, matt oder „durstig“ aussieht und Wassertropfen nicht mehr abperlen, braucht es Öl.
Welches Öl eignet sich für Olivenholz?
- Olivenöl: naheliegend und gut geeignet für Gegenstände, die regelmäßig benutzt und gewaschen werden.
- Rapsöl oder Sonnenblumenöl: geschmacksneutral und günstig, für den Alltag völlig ausreichend.
- Leinöl (rein und lebensmittelecht): härtet langsam aus und bildet einen sehr guten Schutz. Achtung: Mit Leinöl getränkte Tuchreste können sich selbst entzünden – immer ausgebreitet trocknen lassen oder in Wasser legen.
- Spezielles Holzpflege- oder Schneidebrettöl: lebensmittelecht und besonders praktisch.
Nicht geeignet sind Butter, Walnussöl in großen Mengen (kann ranzig werden) sowie Möbelpolituren oder Lacke, die nicht für Lebensmittelkontakt zugelassen sind.
Problemlöser: Flecken, Gerüche und Risse
Gerüche von Zwiebeln, Knoblauch oder Fisch
Bestreue das Brett mit grobem Salz, träufle Zitronensaft darauf und reibe es mit einer halben Zitrone ab. Kurz einwirken lassen, abspülen, trocknen – fertig. Alternativ hilft eine Paste aus Natron und etwas Wasser.
Dunkle Flecken
Leichte Verfärbungen durch Rotwein, Beeren oder Rote Bete verblassen oft von selbst. Hartnäckige Flecken kannst du mit feinem Schleifpapier (Körnung 180–240) vorsichtig in Faserrichtung abschleifen und die Stelle anschließend neu ölen.
Raue Oberfläche
Durch Waschen stellen sich die Holzfasern manchmal leicht auf. Einfach mit feinem Schleifpapier glatt schleifen, Staub abwischen und ölen. Danach fühlt sich das Holz wieder seidig an.
Feine Risse
Kleine Trockenrisse entstehen, wenn Holz zu schnell trocknet oder zu wenig Öl bekommen hat. Reibe das Holz großzügig mit Öl ein und lass es über Nacht liegen. Oft schließen sich feine Risse dadurch wieder etwas. Wichtig ist, die Ursache zu vermeiden: nie in die Spülmaschine, nie auf die Heizung.
Pflegetipps für einzelne Produkte
- Schneidebretter: beide Seiten gleich behandeln – also auch beide Seiten ölen, damit sich das Brett nicht verzieht. Mehr dazu im Schneidebrett-Ratgeber.
- Kochlöffel und Pfannenwender: nicht im Topf stehen lassen, nach dem Kochen direkt abspülen.
- Schalen und Mörser: Für Salat oder Gewürze bestens geeignet. Sehr heiße Speisen oder säurehaltige Marinaden nicht stundenlang darin stehen lassen.
- Seifenschalen und Bad-Accessoires: Seifenreste gelegentlich abspülen, gut trocknen lassen und ab und zu ölen – Olivenholz kommt dank seines hohen Ölgehalts gut mit Feuchtigkeit zurecht.
- Deko und Kerzenhalter: nur trocken oder leicht feucht abwischen.
Häufige Fragen zur Pflege von Olivenholz
Kann ich Olivenholz mit Essig reinigen?
Verdünnter Essig ist gelegentlich in Ordnung, sollte aber nicht zur Routine werden, da Säure das Holz auf Dauer austrocknet. Salz und Zitrone oder mildes Spüli sind die bessere Wahl.
Warum wird mein Holz grau?
Graues, stumpfes Holz ist ausgetrocknet – meist durch Spülmaschine oder zu viel Wasser. Leicht anschleifen und ölen, dann kommt die warme Farbe zurück.
Wie lange hält ein Olivenholz-Brett?
Bei guter Pflege viele Jahre bis Jahrzehnte. Anders als Kunststoff kann Holz jederzeit abgeschliffen und aufgefrischt werden.
Fazit
Olivenholz ist robust, pflegeleicht und wird mit den Jahren nur schöner. Kurz waschen, gut trocknen, gelegentlich ölen – mehr braucht es nicht. So bleiben dein Schneidebrett, deine Kochlöffel und Mörser und deine Schalen aus Olivenholz ein Leben lang treue Begleiter.